Franzosenfriedhof

Der Franzosenfriedhof aus dem 19. Jahrhundert in St. Leonhard in Passeier ist Teil des MuseumPasseier.

Am 17. November 1809, zur Zeit der Tiroler Freiheitskämpfe, zogen Tausende französische Soldaten über den Jaufenpass ins Passeiertal, um Tirol zu erobern. Ihr Ziel war Meran. Doch die Passeirer Bürger wehrten sich mit Nachdruck. Am 22. November schließlich kapitulierten die Franzosen unter Major Dorell. Neben 22 Pseirern starben in diesen fünf Tagen auch 200 Soldaten und 30 Offiziere der französischen Armee (Hauptbild: Ein Infoschild am Andreas Hofer-Rundweg erzählt von diesen Kämpfen).

Die französischen Gefallenen wurden auf einem Grundstück am Westrand von St. Leonhard begraben. Bei diesem Stückchen Land am Ende der heutigen Andreas-Hofer-Straße handelt es sich wahrscheinlich um einen früheren Pestfriedhof. 1959, zum 150 Jahr-Gedenken, wurde hier eine Marmortafel angebracht, über der Grünfläche weht die französische Trikolore. Heute ist der Franzosenfriedhof eine Außenstelle des MuseumPasseier und jederzeit frei zugänglich. Erreichbar ist er auf einem Spaziergang vom Ortszentrum von St. Leonhard in Passeier durch die Kohlstatt in Richtung Passer oder auf dem “Andreas Hofer-Rundweg”, falls der Besuch des Friedhofs mit einem Besuch des MuseumPasseier kombiniert wird.

Übrigens: Bei Grabungen des Landes Südtirol 2009 wurden keine Gebeine gefunden, was die Annahme stützte, dass die Gefallenen an anderer Stelle ruhen. Die französische Botschaft in Rom beauftragte im Jahr 2013 neue Grabungen, die erfolgreich waren: Neben Stoffresten und Knöpfen wurden auch menschliche Knochen gefunden. Somit ist der Franzosenfriedhof nicht nur - wie lange angenommen - eine Gedenkstätte.

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